Das Recht an einer Currywurst

Bilder gibt es im Internet derer viele.

Aber; Wem gehören die denn nun?
“Beobachtet man die Diskussionen in den sozialen Medien, so erkennt man gleich, wie viel “Halbwissen” das Netz bevölkert.
Wir werden hier mal versuchen, mit Hilfe von Experten, zu zeigen was erlaubt ist, und was nicht…

1. Zunächst sollten wir einmal klären, “Wer hat denn das Bild überhaupt gemacht”?

  • Haben Sie selber den Auslöser gedrückt?
  • Haben Sie selber das Bild designt/gezeichnet/gemalt?

Wenn “Ja” dann ist wohl alles klar!
Dann sind Sie der “Urheber” und können fortan entscheiden was damit geschehen darf.
Vom “veröffentlichen” oder “verbreiten” bis hin zum “löschen” obliegt es ganz Ihnen.

Können Sie keines, der oben aufgezählten Punkte ‘bejahen’, so sind Sie eben NICHT der Urheber!
Es handelt sich nun um ein “fremdes” Bild, an dem Sie keinerlei Rechte inne haben und dürfen es eben NICHT veröffentlichen und/oder verbreiten…

Dabei gilt: Bilder und Videos sind IMMER urheberrechtlich geschützt! Das gilt für das “Urlaubs-Filmchen” ebenso wie den “verwackelten Schnappschuss” Ihrer Freundin.

 

Dem Ganzen ist zu umgehen, wenn Sie den waren “Urheber” um Erlaubnis gefragt haben.
Jetzt dürfen Sie es (im Rahmen der erteilten Erlaubnis) entsprechend nutzen.

Tipp: Lassen Sie sich diese Erlaubnis schriftlich geben. So haben Sie Rechtssicherheit und können im Ernstfall einen Beweis antreten.

 

2. Ist der Inhalt des Bildes “Kunst”?

Die Frage: Handelt es sich bei dem, was auf dem Bild zu sehen ist, um ein “WERK”?

Dann kann der “Werk-Schöpfer” damit umgehen, wie es ihn beliebt.

Aber: Was ist denn nun ein “Werk”?

Das ist (wieder einmal) nicht so einfach zu erklären.

Da wird unterschieden zwischen “echter Kunst” und “angewandte Kunst”

Was “echter Kunst” sein soll, dürfte wohl jeden klar sein.
Und das diese nicht ohne weiteres verwendet werden darf, wohl sicherlich auch!

Daneben gibt es dann aber auch noch die sogenannte “Gebrauchskunst” (kleine Münze)!
Wie zum Beispiel (bei eBay sehr beliebt) Sachen wie: Möbel, Design, Grafiken, Mode oder Handy-Labels.
Hier kommt ein neuer Begriff hinzu: “Schöpfungshöhe”

Ein Werk hat dann die nötige Schöpfungshöhe, wenn es sich um eine “persönliche geistige Schöpfung handelt, die individuell ist und das Alltägliche überschreitet”!

(Und dies gilt dann übrigens auch bei dem “geschriebenen Wort”! (Wie dieser Text 😉 )


Also: Einem Bild von einer Currywurst dürfte es wohl ganz gewiss an der nötigen Schöpfungshöhe fehlen.
(Es sei denn, Sternekoch Laver hat sie eigens für eine Prüfung speziell “designed”!)

 

3. Gebäude und Bauwerke

Was wohl die Wenigsten von Euch wissen, ist; Auch Gebäude und Bauwerke (wie: Reichstags- Gebäude (in Berlin), der Eifelturm (in Paris), das Trump-Building (in Ami-Land), das Atomium (in Brüssel), das Hermanns Denkmal (in Nordrhein-Westfalen)…) sind urheberrechtlich geschützt! Schließlich haben die Architekten und Erbauer dieser Bauwerke, an der nötigen “Schöpfungshöhe” nicht gegeizt!

Hier tritt nun die so genannte “Panoramafreiheit” in Kraft.
Alles was man im “öffentlichen” Raum fotografieren kann, darf man dann auch verwerten.

 

4. Das Hausrecht

Die “Panoramafreiheit” gilt jedoch nur “draußen”!!!
Innerhalb von Gebäuden hat der Hausherr das Hausrecht!

Er bestimmt, was und wann fotografiert werden darf. (Deswegen sieht man in Schlössern, Museen aber auch Theater, Kinos und auch Restaurants immer mal wieder ein Schild, welches das Fotografieren und Filmen verbietet!)

Und wenn der Hausherr das so will, dann IST DAS SO!

 

5. Persönlichkeitsrecht

Das Recht am eigenen Bild

Hier gilt es darauf zu achten wenn man ‘fremde’ Menschen fotografiert.

  • Ein Foto von sich vor einer Sehenswürdigkeit…
  • Ein Schwenk mit der Kamera über einen Flohmarkt…
  • Ein Blick in das Innere eines Piratenschiff

Es lässt sich wohl kaum verhindern, dass weitere Personen mein Bild mit ‘bevölkern’.

Hier hat sich der Gesetzgeber eine weitere Definition einfallen lassen.

  • Die abgebildete Person darf nicht im Zentrum des Bildes stehen.
  • Die abgebildete Person darf nicht zu erkennen sein.
    (Das gilt übrigens auch für private Überwachungskameras.)

Ausnahmen bilden da “Großveranstaltungen”. Denn wer dort hingeht muss damit rechnen fotografiert oder gefilmt zu werden.


Wichtig: Das hier beschriebene Szenario, betrifft immer das “Veröffentlichen” und/oder “Verbreiten” der Bilder/Videos.
Das hat nichts mit dem bloßem “Knipsen” von fremden Personen zu tun. Dieses ist, im öffentlichen Raum prinzipiell erlaubt. Wenn Sie damit nicht in ihre “Persönlichkeit” oder “Intimsphäre” (zBsp. beim Wildpinkeln filmen) eingreifen.

 

Also; Überlegen Sie sich gut, wann und wo Sie Bilder die Sie (nicht) selber aufgenommen haben, veröffentlichen…
Denn dieses Recht schützt schließlich auch Sie selber. Denn auch Ihr Bild könnte einmal ‘ungewollt’ im Netz auftauchen…

 

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